Fan-Mehrheit will trotz Einschränkungen in die Hallen – Müller: “Müssen Eishockeysport retten”

Ungeachtet möglicher Einschränkungen beim Eishockey-Besuch will die Mehrheit der Fans in die Hallen strömen, wenn die DEL wieder spielt – wenn es denn überhaupt möglich ist. Ticket-Einnahmen sind essentiell, für Moritz Müller geht es um nichts weniger als die Rettung des Eishockeysports.

Der 13. November ist das Ziel, an diesem Freitag will die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in die Saison 2020/21 starten. Doch ob dieser Termin eingehalten werden kann, steht in den Sternen. Bis Mitte September braucht die Liga Gewissheit, wobei bis dahin kaum mehr Erkenntnisse über die Corona-Lage bestehen dürfte als derzeit. “Selbstverständlich wissen wir, dass sich die Rahmenbedingungen in diesen Corona-Zeiten immer wieder ändern können», sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem Sportinformationsdienst (SID). “«Daher können wir nur starten, wenn von den Behörden grünes Licht kommt und hierbei für die Clubs ein Spielbetrieb wirtschaftlich darstellbar ist.”

Umfrage: 66 Prozent der Fans wollen in die Hallen strömen

Die große Frage: Dürfen Fans in die Hallen und wenn ja, wie viele? An einer “Puck ma’s”-Umfrage via Facebook und Twitter nahmen mehr als 1200 Eishockey-Fans aus ganz Deutschland teil. Das Ergebnis: Rund 66 Prozent wollen in die Hallen strömen, auch wenn es zu Einschränkungen wie personalisierten Tickets, stark reduzierte Kapazitäten, Masken-Pflicht, strikte Wegeführung, Sing-Verbot etc. geben sollte (Hörempfehlung: Podcast #11 – Münchner Start-Up hilft bei Fan-Rückkehr und dem Bau des SAP Gardens). Die Vereine der DEL arbeiten derzeit an individuellen Hygienekonzepten für ihre Heimstadien.

Mit dem beschlossenen Konjunkturpaket der Bundesregierung, das Einnahmeausfälle pro DEL-Klub mit maximal 800.000 Euro kompensieren soll, und Kurzarbeitergeld werde zwar verhindert, “dass die Klubs in Insolvenz gehen”, so Tripcke weiter. “Aber damit allein können die wenigsten einen Spielbetrieb ohne Zuschauer oder mit wenigen Zuschauern darstellen.” Zu eventuellen Geisterspielen meinte Tripcke im Podcast “Die Eishockey-Show”: “Bei uns ist das Delta zu groß: Wir haben wahrscheinlich 90 Prozent der Kosten bei Geisterspielen und vielleicht 20 Prozent der Einnahmen.” Und weiter: “Eine normale Saison ohne Zuschauer ist ausgeschlossen. Die Hygienekonzepte müssen sich rechnen. Wir müssen auf eine Saison hinarbeiten, die fast normal ist.”

Müller fürchtet: “Fans suchen sich vielleicht Alternativen”

Drastischer formuliert es Moritz Müller. „Wir müssen den Eishockeysport retten”, appellierte der Kölner Verteidiger im Interview mit den “Eishockey News”. Der 33-Jährige ist zusammen mit dem Nürnberger Patrick Reimer (37) Vorsitzender der am vergangenen Mittwoch gegründeten SVE (Spielervereinigung Eishockey). Müller weiter: “Wenn ein Sport ein Jahr lang nicht stattfindet, leidet doch jeder drunter – der Nachwuchs kann sich nicht entwickeln, die Spieler haben keine Wettkampfpraxis, die Fans suchen sich vielleicht Alternativen. Unser Ziel muss sein, dass wir so schnell wie möglich spielen.“

Während die Ligen in Österreich (25.09.) und in der Schweiz (01.10.) mit beschränkter Zuschauerfreigabe und in Finnland gar ganz ohne Beschränkung (01.10.) starten wollen, erscheint in Deutschland ein weiter verlängertes generelles Zuschauerverbot durchaus möglich. Laut Angaben der “Süddeutschen Zeitung” vom 11. August heißt es nämlich in einem bislang noch wenig beachteten Eckpunktepapier des Bundes, dass das Verbot für größere Veranstaltungen mit Zuschauern wohl noch “für viele Monate” andauern werde.

Bildquellen

  • ICE HOCKEY – DEL, RB Muenchen vs Berlin: GEPA pictures/ City-Press

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